Was kann ich schon?

Ich fragte dich „was kann ich schon?“

Du schautest mich nur fragend an.

Ich widerholte meine Frage „was kann ich schon?“

Du gabst mir keine Antwort. Blicktest mir nur stumm entgegen.

Ich wurde sauer. Schrie dir die Frage ins Gesicht „was kann ich schon?!“

Doch von dir kam keine Reaktion

Ich schlug zu. Dein Gesicht bekam risse doch antwortetest du mir nicht.

Ich schlug erneut zu schrie dir die Frage entgegen.

Mit Tränen in den Augen und voller Wut zerbarstest du unter meiner Faust.

Ich blickte auf einen Haufen Scherben vor mir.

Ich wimmerte dir ein letztes Mal, mit leiser Stimme meine Frage zu „was kann ich schon?“

bevor ich mich umdrehte und ohne Antwort von dir ging.

13.9.13 12:23, kommentieren

Werbung


Gestohlene Zeit und Selbstachtung

Ich war 17 und auf den Weg zu meinem Freund. Jedes Wochenende fuhr ich mit der S-Bahn zu Ihm. Doch diesmal war alles anders.

Mein Magen krampfte sich zusammen und so beschloss ich ihn

Anzurufen damit er mich vom Bahnhof abholt.

Naja wie hätte es anders sein sollen. Ich kam an und er war nicht da. Mein Bachgefühl wurde immer schlimmer.

Ich verlies das Bahnhofsgebäude und machte mich auf den Weg zu Ihm. Ich ging einen Weg entlang der zwischen Gleise und Felder langführte.

Die Musik aus meinem MP3 Player laut aufgedreht um meinen Bauch zu übertönen.

Als ich schon fast an der Straße war packte mich jemand von hinten und hielt mir den Mund zu. Ich griff nach der Hand und versuchte sie wegzuziehen als mich der Unbekannte ins Gras schleuderte. Ich könnte Ihn nicht beschreiben das einzige was ich sah war seine weiße Mütze

die seine restliche Gestalt zu verschlingen schien.

Er legte sich auf mich und fing an mir an die Brüste und zwischen die Beine zu langen. Ich wehrte mich mit allen Kräften.

Stieß Ihn weg, drehte mich um, versuchte mit Ihm auf mir drauf aufzustehen. Jeder Versuch endete wieder jämmerlich am Boden. Seine Hand um meinen Hals geschlossen, sein Mund nah an meinem Ohr, seiner widerwärtigen stimme die mir ins Ohr flüsterte das er mich umbringen werde wenn ich mich nochmal wehren würde und seine Tritte und Schläge um dieser Ausdruck zu geben.

Seine Stimme war das einzige was ich hörte. Es war fast so als würde die ganze Welt schweigen und gespannt meinem verzweifelten und stummen Kampf lauschen. Ich wollte so oft schreien doch der Ton blieb mir immer wieder aufs Neue im Halse stecken. Irgendwann sprang er auf und rannte davon. Meine Sinne kamen zurück. Es schien als würde ich eine Ewigkeit noch im Gras liegen während seine Berührungen anfingen auf meiner Haut zu brennen. Die Tränen flossen mir über mein Gesicht als ich merkte das ich schon längst stand und meinem Freund ins Angesicht schaute. Er rannte dem Unbekannten hinterher während ich vor Erschöpfung auf den Boden sank. Ich fühlte mich dieser Minuten und meiner Selbstachtung beraubt. In mir ist ein Teil gestorben und der wird für immer begraben bleiben.

16.4.13 09:40, kommentieren

Mein Sohn

Eisig kalter Wind streichelt über meine Haut

Während der Regen wie Peitschenhiebe über meinen Körper fährt

Ich weiß nicht wie lange ich schon so umherlaufe

Ich habe jedes Zeitgefühl verloren

Mein Ziel jedoch immer klar vor Augen

Die Suche nach meinem Sohn

Meine Beine sind schwach und können mich kaum noch tragen

Ich treibe sie weiter an in der Hoffnung Ihn bald zu finden

Und um jedem einzelnen der Ihm was angetan hat dafür zu bestrafen

Meine Gedanken schweifen umher

Wie konnte das nur passieren?

Warum er? Warum ausgerechnet mein kleiner Engel?

„klirr“ Ich schrecke aus meinem Traum hoch

Was war das?

MAMAAAAAA!!! Ein gellender Schrei zerschneidet die Stille

Ich stolpere aus dem Bett und renne in das Zimmer meines Sohnes

Sein Bett ist leer. Das Fenster eingeschlagen

Wut und Trauer übermannen mich.

Ich schreie! Schlage um mich! Bis ich vor Verzweiflung und Erschöpfung zusammensacke

Ich zwinge mich nicht weiter daran zu denken. Mich darauf zu konzentrieren das ich Ihn finde

Mein Sonnenschein. Das einzige was mich am Leben erhält nach dem sein Papa vor einem Jahr ums Leben kam

Ich kämpfe mich weiter. Immer weiter voran. Immer ein kleines Stück meinem Sohn entgegen.

Ich kann Ihn spüren ich muss ganz in der Nähe sein. Ich weiß es. Eine Mutter weiß das einfach.

Ich hebe meinen Blick doch es fällt mir schwer etwas zu sehen

Der Regen macht es fast unmöglich

Etwas weiter entfehrnt kann ich einen schwarzen Umriss erkennen.

Ich beschleunige meinen schritt. Sammle meine letzte Kraft

Bis ich es erreiche

Ein Schuppen, verlassen und düster steht er da

Der Wind pfeift bedrohlich durch die Ritzen

Ich zerre an dem Tor . Langsam und knarzend bekomme ich es endlich auf

In Mitten der Dunkelheit kann ich ein kleines zusammengekauertes Wesen erkennen

Ich knie mich vor dem verlorenen kleinem Körper hin, Tränen Laufen mir über das Gesicht,

mein Mund zum schreien geöffnet doch es kommt kein Ton

mein Körper fängt das zittern an, ich kann mich nicht mehr halten

ziehe Ihn in meine Arme, lasse Ihn nicht mehr los. Mein kleiner Sonnenschein.

Blutüberströmt und leblos hängt er in meinem Arm. Ich komme zu spät

Ich habe Ihn nicht schützen können, Sie haben Ihn kaltblütig ermordet

Meinen kleinen engel

„ Frau Callejoni!

Geht es Ihnen nicht gut?Sie sind ja ganz blass! Hatten Sie wieder diesen Traum?

Kommen Sie machen Sie den Mund auf. Sie müssen die Tabletten nehmen“

Weiß. Alles um mich herum ist weiß und steril und keiner in der Klinik glaubt mir

Sie sagen ich hätte keinen Sohn

Doch das ist eine Lüge

Ich weiß das. Eine Mutter weiß das einfach!

16.4.13 08:51, kommentieren