Mein Sohn

Eisig kalter Wind streichelt über meine Haut

Während der Regen wie Peitschenhiebe über meinen Körper fährt

Ich weiß nicht wie lange ich schon so umherlaufe

Ich habe jedes Zeitgefühl verloren

Mein Ziel jedoch immer klar vor Augen

Die Suche nach meinem Sohn

Meine Beine sind schwach und können mich kaum noch tragen

Ich treibe sie weiter an in der Hoffnung Ihn bald zu finden

Und um jedem einzelnen der Ihm was angetan hat dafür zu bestrafen

Meine Gedanken schweifen umher

Wie konnte das nur passieren?

Warum er? Warum ausgerechnet mein kleiner Engel?

„klirr“ Ich schrecke aus meinem Traum hoch

Was war das?

MAMAAAAAA!!! Ein gellender Schrei zerschneidet die Stille

Ich stolpere aus dem Bett und renne in das Zimmer meines Sohnes

Sein Bett ist leer. Das Fenster eingeschlagen

Wut und Trauer übermannen mich.

Ich schreie! Schlage um mich! Bis ich vor Verzweiflung und Erschöpfung zusammensacke

Ich zwinge mich nicht weiter daran zu denken. Mich darauf zu konzentrieren das ich Ihn finde

Mein Sonnenschein. Das einzige was mich am Leben erhält nach dem sein Papa vor einem Jahr ums Leben kam

Ich kämpfe mich weiter. Immer weiter voran. Immer ein kleines Stück meinem Sohn entgegen.

Ich kann Ihn spüren ich muss ganz in der Nähe sein. Ich weiß es. Eine Mutter weiß das einfach.

Ich hebe meinen Blick doch es fällt mir schwer etwas zu sehen

Der Regen macht es fast unmöglich

Etwas weiter entfehrnt kann ich einen schwarzen Umriss erkennen.

Ich beschleunige meinen schritt. Sammle meine letzte Kraft

Bis ich es erreiche

Ein Schuppen, verlassen und düster steht er da

Der Wind pfeift bedrohlich durch die Ritzen

Ich zerre an dem Tor . Langsam und knarzend bekomme ich es endlich auf

In Mitten der Dunkelheit kann ich ein kleines zusammengekauertes Wesen erkennen

Ich knie mich vor dem verlorenen kleinem Körper hin, Tränen Laufen mir über das Gesicht,

mein Mund zum schreien geöffnet doch es kommt kein Ton

mein Körper fängt das zittern an, ich kann mich nicht mehr halten

ziehe Ihn in meine Arme, lasse Ihn nicht mehr los. Mein kleiner Sonnenschein.

Blutüberströmt und leblos hängt er in meinem Arm. Ich komme zu spät

Ich habe Ihn nicht schützen können, Sie haben Ihn kaltblütig ermordet

Meinen kleinen engel

„ Frau Callejoni!

Geht es Ihnen nicht gut?Sie sind ja ganz blass! Hatten Sie wieder diesen Traum?

Kommen Sie machen Sie den Mund auf. Sie müssen die Tabletten nehmen“

Weiß. Alles um mich herum ist weiß und steril und keiner in der Klinik glaubt mir

Sie sagen ich hätte keinen Sohn

Doch das ist eine Lüge

Ich weiß das. Eine Mutter weiß das einfach!

16.4.13 08:51

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